Deutscher Altphilologenverband

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Deutscher Altphilologenverband

WDR5 Tagesgespräch: Tote Sprache!: Was bringt der Lateinunterricht?

Bildrechte: dpa"Lehrreich und bildend" oder "vollkommen überholt": Es geht um das Schulfach Latein. Die NRW-Landesregierung will die Nachweise von Lateinkenntnissen für viele Studiengänge abschaffen. In der Sendung "Tagesgespräch" des WDR5 diskutiert u.a. Dr. Nikolaus Mantel, Vorsitzender des Altphilologenverbandes Nordrhein-Westfalen, über Bildungsreformen im Fremdsprachenunterricht.

Die ganze Sendung zum Nachhören finden Sie unter: http://www.wdr5.de/sendungen/tagesgespraech/neunundzwanzigsterdezember102.html

oder hier:

Antike im Großformat in Pforzheim

Das Panorama der Stadt Rom zur Zeit Konstantins jetzt auch in Pforzheim

Der 360-Grad-Rundblick über die virtuell wiederaufgebaute Ewige Stadt im Jahre 312, erstellt vom umtriebigen Künstler Yadegar Asisi, ist jetzt auch im ehemaligen PORTUS (= lateinisch „Hafen“), woraus sich Pforzheim entwickelte, auf dem Boden des kaiserzeitlichen römischen Reiches zu sehen. Der Deutsche Altphilologenverband sieht darin ein Zeichen für das gleichbleibend große Interesse an der Antike.

Weiterlesen: Antike im Großformat in Pforzheim

Dozentenkreis Latinum/Graecum: Beiträge für die Jahrestagung 2015 gesucht!

Die 27. Jahrestagung des Dozentenkreises Latinum/Graecum findet vom 14. bis 15. März 2015 in Krelingen/Walsrode statt.

Wir sind diesmal zu Gast bei unserem Partnerkreis, der Arbeitsgruppe von Latein- und Griechisch-Dozenten an Theologischen Fakultäten und Hochschulen, dessen fachbezogenes Programm bereits am 12. und 13. März stattfinden wird. Der 14. März (und ggf. auch noch der Vormittag des 15. März) 2015 stehen dann im Zeichen der didaktischen Aspekte. Es ist problemlos möglich, nur an unserem Tagungsteil teilzunehmen, d.h. am 14. und 15. März.

Wie in jedem Jahr wollen wir uns einerseits in freien Diskussionsrunden über unsere jeweilige Situation austauschen, und andererseits durch kurze Impulsreferate und Präsentationen unseren Horizont erweitern und Anregungen für unsere Arbeit mit nach Hause nehmen. Auch zwei oder drei regelrechte Vorträge sind in diesem Rahmen möglich.

Weiterlesen: Dozentenkreis Latinum/Graecum: Beiträge für die Jahrestagung 2015 gesucht!

DAV-Kongress 2014: Danke, Innsbruck!

DAV-Kongress-Innsbruck-2014-Collage

Mit dem Schlußvortrag "Warum Klassiker?" von Prof. Dr. Günter Figal ist am vergangenen Freitag der diesjährige Bundeskongress des Deutschen Altphilologenverbandes in Innsbruck zu Ende gegangen. Mit knapp 750 Teilnehmern und über 90 Einzelveranstaltungen kann der DAV auf eine beeindruckende Veranstaltung zurückblicken, die in diesem Jahr erstmalig im Gastland Österreich ausgerichtet wurde.

An dieser Stelle möchten wir uns noch einmal ausdrücklich bei allen Teilnehmern, Referenten und Ausstellern, vor allem aber auch beim organisierenden Ortskommitee, den zahllosen Helferinnen und Helfern und Programmgestaltern aufs herzlichste bedanken! Sie alle haben durch ihr Mitwirken dazu beigetragen, daß dieser Kongress so erfolgreich durchgeführt werden konnte.

Wir freuen uns auf ein Wiedersehen in Berlin 2016!

Humanismuspreis 2014: Pressespiegel

presse-innsbruck

Hier finden Sie einen Auszug aus dem Presseecho auf die Verleihung des Humanismus-Preises 2014 an Michael Köhlmeier:

  • Deutschlandradio Kultur: "Die Kraft der Mythen. Michael Köhlmeier über die Faszination überlieferter Geschichten" (Interview) [AUDIO]
    http://www.deutschlandradiokultur.de/auszeichnung-die-kraft-der-mythen.954.de.html?dram:article_id=283659
  • Bayern 2: "Er ist Schriftsteller, einem breiten Publikum aber auch als Erzähler antiker Mythen bekannt: Michael Köhlmeier. Jede Zeit deute die alten Geschichten neu - und Mythen könnten auch Phänomene der Gegenwart erklären, so Köhlmeier im kulturWelt-Gespräch." [AUDIO]
    http://www.ardmediathek.de/bayern-2/kulturwelt-aktuelles-feuilleton-bayern-2?documentId=20921162
  • Salzburger Nachrichten: " "Brückenbauer" Köhlmeier erhält Humanismus-Preis"
    http://www.salzburg.com/nachrichten/oesterreich/kultur/sn/artikel/brueckenbauer-koehlmeier-erhaelt-humanismus-preis-103409/
  • Vorarlberger Nachrichten: "Michael Köhlmeier erhält den diesjährigen Humanismus-Preis des Deutschen Altphilologenverbands. Die Vermittlung des geistigen Erbes Europas mache den Schriftsteller zu einem “Brückenbauer zwischen der griechischen und lateinischen Literatur und der Gegenwart."
    http://www.vorarlbergernachrichten.at/kultur/2014/04/21/humanismus-preis-fuer-michael-koehlmeier.vn
  • Tiroler Tageszeitung: "Köhlmeier für Sagen gewürdigt"
    http://www.tt.com/kultur/8301858-91/k%C3%B6hlmeier-f%C3%BCr-sagen-gew%C3%BCrdigt.csp
  • http://www.uibk.ac.at/ipoint/blog/1194315.html
  • APA OTS: "Karlheinz Töchterle gratuliert "Brückenbauer" Michael Köhlmeier zum Humanismuspreis"
    http://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20140424_OTS0189/karlheinz-toechterle-gratuliert-brueckenbauer-michael-koehlmeier-zum-humanismuspreis

Humanismus-Preis 2014 für Michael Köhlmeier

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Der österreichische Romancier und Musiker Michael Köhlmeier erhält den diesjährigen Humanismus-Preis des Deutschen Altphilologenverbandes. Die Ehrung Köhlmeiers fand am Donnerstag auf dem Bundeskongress des Verbandes, der in der Osterwoche zum ersten Mal länderübergreifend in Innbruck tagt, im Rahmen einer Feier statt.

Weiterlesen: Humanismus-Preis 2014 für Michael Köhlmeier

Nachruf: Zum Tod von Hermann Steinthal

Mit großem Bedauern haben wir vom Tode unseres langjährigen DAV-Bundesvorsitzenden, Ehrenvorsitzenden und ehemaligen Rektors des Uhland-Gymnasiums Tübingen, Dr. Hermann Steinthal erfahren.

Steinthal stand dem DAV von 1977 bis 1981 vor. Prägend wirkte in dieser Zeit auch sein Zitat: "Wer heute die Alten Sprachen verteidigen will, muss seine Schanzen weit draußen bauen".

Hermann Steinthal ist am 28. März 2014 im Alter von 88 Jahren verstorben. Wir werden ihm ein ehrendes Andenken bewahren.

Bitte lesen Sie auch den ausführlichen Nachruf im "Schwäbischen Tagblatt":

» "Alles zum Besten kehren: Hermann Steinthal, der langjährige Rektor des Uhland-Gymnasiums, ist gestorben."
(Schwäb. Tagblatt/Ulrich Janssen, 2.4.2014)

DAV-Vertreterversammlung 2013 in Göttingen

Am vergangenen Wochenende fand in Göttingen die Vertreterversammlung, also das Treffen des Bundesvorstands und der Landesvertreter, statt. Der alte Vorstand ist auch der neue Vorstand:

800DAV G4ingen 010

Prof. Dr. Bernhard Zimmermann - StD´in Heike Vollstedt - OStD Hartmut Loos

Verleihung des Humanismuspreises 2012

ERFURT/DPA. Der Sänger der Popgruppe Die Prinzen, Sebastian Krumbiegel (45), ist mit dem Humanisten-Preis des Deutschen Altphilologenverbandes geehrt worden.

Der Musiker erhielt die Auszeichnung - eine Bronzebüste des Theologen und Humanisten Philipp Melanchthon (1497-1560) - am 12. April 2012 in Erfurt für sein bürgerschaftliches und soziales Engagement.

2012Erfurt 326

Weiterlesen: Verleihung des Humanismuspreises 2012

  1. Erfurt 2012: Dankeschön!
  2. Von wegen tote Sprache - wie Latein die Integration fördert (SWR)
  3. Prof. Dr. Bernhard Zimmermann neuer Bundesvorsitzender beim Deutschen Altphilologenverband
  4. "Wir sind Humboldt": Stefan Kipf zur Didaktik der Alten Sprachen an der HU Berlin

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Neuerscheinung des Monats

Natalie Haynes, Die Kinder der Jokaste. Roman. Übersetzt aus dem Englischen von Lena Kraus, München (dtv) 2024, ISBN 978-3-423-21897-9, 400 Seiten, € 14,00 (englische Originalausgabe: The Children of Jocasta, London 2017)

Die britische Schriftstellerin und Altphilologin Natalie Haynes studierte Classics in Cambridge und verbindet in ihren Romanen ihre wissenschaftliche Beschäftigung mit der griechisch-römischen Antike mit einem ausgeprägten Gespür für erzählerische Spannung. In „Die Kinder der Jokaste“ wendet sie sich dem thebanischen Sagenkreis zu und erzählt die Geschichten um Ödipus und Antigone konsequent aus weiblichen Perspektiven. Im Zentrum stehen dabei zwei Figuren, die in den antiken Überlieferungen häufig hinter den titelgebenden Helden zurücktreten: Jokaste und ihre Tochter Ismene. Die Übersetzung von Lena Kraus bringt Haynes’ flüssige und anschauliche Prosa überzeugend ins Deutsche und unterstützt den insgesamt sehr zugänglichen Erzählton.

Der Roman ist auf zwei zeitlich voneinander entfernte Handlungsebenen angelegt. Zunächst begleitet Haynes die fünfzehnjährige Jokaste, die gegen ihren Willen mit dem deutlich älteren König Laios von Theben verheiratet wird. Die Ehe ist weniger persönliche Verbindung als politisches Arrangement und dient vor allem der Sicherung der Thronfolge. Als Jokaste einen Sohn zur Welt bringt, wird ihr dessen Tod vorgetäuscht, weil eine Prophezeiung den Untergang des Königs durch die Hand seines eigenen Sohnes vorausgesagt hat. Jahre später tritt ein Mann namens Ödipus in Jokastes Leben: Nach dem Tod des Laios wird er zum neuen Herrscher von Theben und zwischen ihm und Jokaste entsteht eine Beziehung, deren verhängnisvolle Vorgeschichte beiden zunächst unbekannt ist.

Parallel dazu erzählt Haynes aus der Perspektive von Ismene, Jokastes jüngster Tochter. Deren Handlung setzt mit einem Mordanschlag ein und entwickelt sich zu einer politischen und familiären Spurensuche. Die Frage nach der rechtmäßigen Herrschaft über Theben verbindet sich mit den Gerüchten über die Vergangenheit der königlichen Familie. Ismene muss erkennen, dass der Palast, der ihr bislang Schutz und Sicherheit zu bieten schien, keineswegs ein geschützter Ort ist. Indem die beiden Erzählstränge miteinander verschränkt werden, ergänzt die frühere Geschichte die Lücken der späteren und führt schrittweise zu einem neuen Blick auf den bekannten Ödipus-Mythos.

Besonders gelungen ist dabei Haynes’ Entscheidung, die Handlung nicht allein als Geschichte eines unvermeidlichen Schicksals zu erzählen. Zwar bleiben Orakel, Prophezeiungen und die Vorstellung eines Fluchs wichtige Bestandteile der Handlung, doch die Autorin richtet den Blick stärker auf menschliche Entscheidungen, Machtverhältnisse und familiäre Prägungen. Liebe, Trauer, Schuld, Misstrauen und politische Interessen werden dadurch zu Kräften, die ebenso zerstörerisch wirken können wie ein göttlich verhängtes Schicksal. Gerade diese Verschiebung macht den Mythos für heutige Leser:innen unmittelbar zugänglich, ohne seine tragische Grundstruktur aufzugeben.

Im Mittelpunkt stehen die beiden Frauenfiguren. Jokaste wird als junge Frau gezeigt, die zunächst kaum Einfluss auf ihr eigenes Leben besitzt und in den politischen Interessen der Männer um sie herum gefangen ist. Ihre Entwicklung von der früh verheirateten Jugendlichen zur Königin von Theben verleiht ihrer Geschichte eine besondere emotionale Spannung. Ismene wiederum erhält eine Handlungsmacht, die ihr in vielen traditionellen Darstellungen des thebanischen Sagenkreises kaum zukommt. Sie ist nicht bloß die stille Schwester der Antigone, sondern eine aufmerksame, intelligente und zunehmend selbstbewusste Figur, die sich gegen die politischen und familiären Erwartungen ihrer Umgebung behaupten muss. Auch die übrigen Frauen des Romans werden nicht lediglich als Nebenfiguren behandelt, sondern als Personen mit eigenen Interessen, Ängsten und Handlungsmöglichkeiten.

Haynes’ Perspektivwechsel ist dabei keineswegs nur eine moderne feministische Umdeutung eines bekannten Stoffes. Vielmehr nutzt sie die unterschiedlichen Überlieferungen des thebanischen Mythos, um eine plausible und zugleich eigenständige literarische Version zu entwickeln. Dass die Autorin mit den antiken Quellen vertraut ist, wird besonders im Nachwort deutlich: Dort erläutert sie die verschiedenen Varianten des Ödipus-Stoffs und macht transparent, an welchen Stellen sie sich an antike Traditionen anschließt oder diese für ihren Roman verändert. Die umfangreiche Recherche bildet damit nicht bloß den Hintergrund der Erzählung, sondern wird zu einer ihrer besonderen Stärken.

Etwas Geduld verlangt der Beginn aus Jokastes Perspektive, der im Vergleich zur späteren Handlung zunächst sehr ruhig wirkt. Sobald jedoch Ödipus in die Geschichte eintritt und sich die beiden Zeitebenen zunehmend aufeinander zubewegen, gewinnt der Roman deutlich an Dynamik. Gerade die Frage, wie sich die bekannten Ereignisse tatsächlich zugetragen haben, erzeugt eine Spannung, die bis zum emotionalen Ende anhält. Haynes gelingt es dabei, den Ausgang des Mythos nicht einfach vorauszusetzen, sondern auch für Kenner:innen der antiken Geschichte ein Gefühl von Unsicherheit und Erwartung zu erzeugen.

„Die Kinder der Jokaste“ ist eine überzeugende und unterhaltsame Neuinterpretation des thebanischen Sagenkreises. Natalie Haynes verbindet philologische Kenntnis mit einer modernen, klaren Erzählweise und rückt Figuren ins Zentrum, deren Perspektiven in den traditionellen Erzählungen oft nur am Rand sichtbar werden. Wer sich für griechische Mythologie, literarische Retellings oder insbesondere für den Ödipus- und Antigone-Stoff interessiert, findet hier eine spannende Alternative zu den vertrauten männlichen Heldenperspektiven.

Philipp Buckl, Université de Strasbourg

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